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amy macdonald »Der zweite Streich« |
"Mit ihrem Debüt "This Is The Life" gelang der charmanten Schottin ein Überraschungserfolg. Jetzt, drei Jahre später, meldet sie sich mit "A Curious Thing" zurück. Und muss vor allem eins beweisen: keine Eintagsfliege zu sein. Was sie mit starken Songs, intelligenten Antworten und neuem Look tut – rank, schlank und sehr Rock ’n’ Roll."
Du hast dich sehr verändert … Danke für das Kompliment! Ein sogenanntes Make-over, um dich noch massenkompatibler zu machen? Oh, nein! (lacht) Ich lasse mir nicht vorschreiben, wie ich auszusehen habe, was für Klamotten ich tragen und wie viel ich wiegen darf. Ich habe einfach ein paar Kleinigkeiten an mir verändert, die mich gestört haben. Zum Beispiel? Ich habe zehn Kilo abgenommen, mir eine andere Frisur zugelegt und die Haare schwarz gefärbt. Aber das bedeutet nicht, dass ich jetzt ein Glamourgirl bin. Also bist du dir der Klischees der Spielerfrau bewusst? Absolut! (lacht) Immerhin ist dein Verlobter Stürmer in der ersten schottischen Liga – was normalerweise VIP-Tickets, Gucci-Täschchen und Freundinnen der Marke Victoria Beckham bedeutet. Um Gottes Willen! Ich bin keine Kickertussi – und das werde ich auch nie sein. Einfach, weil ich das unerträglich finde. Also diese Luxusweibchen, die sich von ihren Männern aushalten lassen und deren ganzes Streben darin besteht, ein tolles Leben auf fremde Kosten zu führen. Das ist einfach abgezockt – während ich für alles, was ich im Leben erreicht habe, hart gearbeitet habe. Worauf ich sehr stolz bin. Und um ehrlich zu sein, verdient er auch weniger als ich. Er spielt bei einem kleinen Verein namens Partick Thistle, der jedes Jahr gegen den Abstieg kämpft. Aber er trifft immer gegen meinen Lieblingsclub. Der wäre? Glasgow Rangers. Leider stecken sie seit Jahren in der Krise, und können sich keine Transfers leisten. Nicht einmal Steve, der in den letzten vier Spielen immer ein Tor gegen sie gemacht hat. Was mich beim letzten Mal, vor ein paar Wochen, dazu verleitet hat, einfach mal auf ihn zu wetten – auf Steve Lovell als ersten Torschützen des Spiels. Das hat mir knapp 2000 Pfund beschert. Also: Ich habe einen Freund, den ich liebe und auf den ich wetten kann – was will ich mehr? (kichert) Was hast du mit dem Geld gemacht? Ihn zum Essen eingeladen – und zwar in ein schickes Restaurant in London. Leider war die Karte auf Französisch und wir haben jede Menge Kram bestellt, den wir nicht mochten. Deshalb haben wir uns später mit Rotwein betrunken, um den Abend einigermaßen zu retten. Was
ich sonst nie tue. Denn eigentlich bin ich ein ziemlich braves Mädchen, das nie über die Stränge schlägt. Ich muss mich nicht abschießen, weil das zu meinem Image gehört. Und ich muss auch nicht immer auffallen und ständig im Mittelpunkt stehen. Das finde ich eher peinlich. Ein Seitenhieb auf Kollegen, die genau das zur Kunst erheben? (lacht) Stimmt! Und das beste Beispiel ist Lady Gaga. Ich saß mal im Flugzeug hinter ihr. Von Stockholm irgendwo nach Nordschweden. Da hat sie drei Mal die Perücke gewechselt – während eines einstündigen Flugs. Was die Frage aufwirft: "Braucht sie die Aufmerksamkeit?" Denn wenn sie tragen würde, was ich trage, nämlich einen Hut, eine abgewetzte Jeans und einen Pullover, wüsste keiner, wer sie ist. Aber weil sie mit drei verschiedenen
Perücken ankam, wozu sie einen schwarzen BH, eine Lederhose und hohe Stiefel getragen hat, fällt sie natürlich sofort auf. Während du trotz fünf Millionen verkaufter Alben weiter die große Unbekannte bist? (grinst) Bislang habe ich nur drei Millionen Alben verkauft – und zwei Millionen Singles. Aber: Auch das fühlt sich toll an. Und ich bin umso glücklicher, weil mir das auf meine Weise gelungen ist: Ich habe ein erfolgreiches Album veröffentlicht und bin trotzdem anonym geblieben. Eben, weil ich nicht die große Bienenkorbfrisur habe und nicht ständig in Magazinen auftauche. Insofern wissen die meisten Leute nicht, wie ich aussehe. Sie können sich zwar meine Stimme anhören und sich die CD anschauen, aber auf der Straße würden sie mich nicht erkennen. Was eine tolle Sache ist. (kichert) Jetzt Runde zwei mit "A Curious Thing" – wie bist du mit dem Druck und den hohen Erwartungen umgegangen? Ganz ehrlich? Ich habe nie groß darüber nachgedacht. Ich meine, natürlich wusste ich schon während der letzten Tour, dass ich mich irgendwann hinsetzen und neue Stücke schreiben muss. Aber es ist nie so weit gekommen, dass ich mich dazu zwingen musste – sondern es ist einfach passiert. Nämlich in den drei Monaten, die ich im letzten Sommer frei hatte. Da habe ich pro Woche ein oder zwei Stücke geschrieben. Und als es an die Aufnahmen ging, hatte ich glücklicherweise zehn Songs zusammen, die ich für ganz okay hielt. Inwiefern unterscheidet sich das Ganze von deinem Debüt? (lacht) Eigentlich gar nicht. Und ich
finde es befremdlich, wenn ich andere Künstler sagen höre, dass sie bewusst eine andere Richtung gewählt oder sich wer weiß wie neu erfunden hätten. Denn für mich ist es ganz natürlich, dass ich das mache, was mir am nächsten liegt. Und es wäre ziemlich schwierig und wahrscheinlich auch ziemlich dumm, wenn ich mich plötzlich hinstelle und einen völlig anderen Sound probiere. Also einen, mit dem ich nichts zu tun habe. Ich bin eher der Meinung: Wenn den Menschen gefällt, was du tust, solltest du auch damit weitermachen. Einfach, weil daran nichts falsch ist. Und meine neuen Stücke sind vielleicht ein bisschen anders, weil wir sie anders arrangiert haben, aber im Großen und Ganzen klingen sie immer noch nach mir. Wann gehst du damit auf Tour? Kurz nach der Veröffentlichung, also noch in der ersten Jahreshälfte.
Den gesamten Text dieses Artikels sowie viele weitere Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der mbeat, die kostenlos für Sie in Ihrer nächsten Müller-Filiale mit Multi-Media-Abteilung ausliegt.
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