entertainment magazin von müller

bap

»Verdamp viel passiert«

32 Jahre nach Bandgründung und 21 Albumveröffentlichungen später will es der Bapp (Kölsch für "Vater") erdigen deutschen Mundartrocks noch einmal wissen. Denn auf "Radio Pandora" präsentieren uns Niedecken & Co. ihr neues Songmaterial gleich in zwei Versionen.

Gut möglich, dass die nach Media-Control-Zahlen erfolgreichste deutsche Rockband nach neun Nummer-1-Alben in diesem Jahr ein weiteres rundes Jubiläum feiern darf. Dann könnte es heißen, dass nach dem 2006 begangenen 30-jährigen Band-Jubiläum in 2008 die 10 in Sachen Spitzenplatzierungen vollgemacht wird. Nicht dass Wolfgang Niedecken und Co. einen weiteren Superlativ unbedingt nötig hätten. Schließlich folgte die Erhebung in den Adelsstand spätestens 2002, als mit Wim Wenders eine Regielegende für die dokumentarische Eroberung der Kinoleinwände sorgte. Was dann fast das Gleiche ist, wie die Stones & Scorsese, nur in bisschen kleiner eben. Solchermaßen gefestigt und in sich ruhend lässt sich natürlich eine Kraft schöpfen, die gleich für zwei Alben reicht und für zwei Facetten des im Fokus stehenden Niedecken, der irgendwo zwischen deutschem Springsteen und kölschem Dylan auf einen Streifzug durch mehrere Jahre Rock-und Kulturgeschichte (auch an literarischen Verweisen                                         

mangelt es nicht) geht und mit 28 Songs auf zwei völlig unterschiedlichen Alben (und nur acht davon doppelt) in den Rockzirkus zurückkehrt als wäre er nie weg gewesen. Bereits der Albumtitel legt die Grundstimmung zugrunde, die sich zwischen Pessimismus und Hoffnung schließlich für Letztere entscheidet. Denn die Menschheit mag die mythische Büchse der Pandora mit ihren Plagen längst geöffnet haben, was Niedecken in dramatischen Kompositionen wie "Noh Gulu" über seinen Ugandatrip zum Ausdruck bringt. Aber schließlich hat der Mensch, so lange er Mensch ist, Träume. Und die werden von eindringlichen Balladen wie "Songs sinn Dräume" nachhaltig befeuert. Und dazu muss man als erstmaliger Hörer (Fans sind, egal wo sie leben, längst des kölschen Dialekts mächtig) noch nicht einmal alle der lyrisch ausgefeilten Songtexte von Niedecken verstehen. Denn die Musik funktioniert bestens als Trägermedium für die verschiedenen Stimmungen, sei es in elektrisch verstärkter Vollbesetzung oder im rein                                         

akustischen reduzierten Klangkörper. Wobei es teilweise durchaus eindeutig zugeht, denn wo Toleranzbotschaften so klar auf den Punkt gebracht werden, sollten Verständnisschwierig-keiten wirklich nicht im Weg stehen: »Ob der ’ne Krone trägt oder ’nen Turban, //ob der in Rom wohnt oder in Mekka, //… Egal, wo der her ist, es kommt nicht drauf an. Es geht nur um Fairness, Respekt, verstehst du mich, Mann?« Vor allem Letzteren muss man auch Niedecken und den Seinen entgegenbringen, hat man sich in den vergangenen 32 Jahren doch nie in Richtung Mainstream verbogen, sondern stets den Traditionen erdiger Rockmusik gehuldigt und das unabhängig von möglicherweise jugendlichen Vorbehalten gegen etwas so "miefiges" wie Dialekt.

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Den gesamten Text dieses Artikels sowie viele weitere Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der mbeat, die kostenlos für Sie in Ihrer nächsten Müller-Filiale mit Multi-Media-Abteilung ausliegt.

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