entertainment magazin von müller

uefa euro 2008

»Virtueller Einheizer«

So langsam fängt es an zu kribbeln. Nur noch wenige Wochen, dann wird Deutschland zu einer einzigen Fanmeile und ein ganzes Land gibt sich dem schwarz-rot-goldenen Wahnsinn bereitwillig hin. Um die Stimmung schon mal richtig anzuheizen, veröffentlicht Electronic Arts mit "UEFA EURO 2008" den passenden Pulsbeschleuniger für jeden Fußballfan.

Hierfür hat man die altbekannte "FIFA"-Engine erstmal ins Höhentrainingslager geschickt und so präsentiert sich das Spiel reif für den Titel. Grafisch wurden die oftmals spektakulären Darbietungen auf dem Rasen nochmals aufgebohrt und lassen in der Nahaufnahme die Grenzen zwischen Virtualität und Realität fast verschwinden. Jedes noch so kleine Detail wie Dreitagebärte oder die Struktur der Trikots ist zu erkennen und macht das Spiel im Handumdrehen zu einer interaktiven TV-Übertragung. Auch spielerisch kann "UEFA EURO 2008" dieses Mal auf ganzer Linie punkten und dribbelt sich elegant an die Konkurrenz von "Pro Evolution Soccer" heran. Waren die vorangegangen                                         

Editionen zur Europa-oder Weltmeisterschaft nur halbgare Aufgüsse der Vorjahresepisode, fallen dieses Mal die neuen optischen und spielerischen Elemente stärker ins Gewicht. Vor allem spielt sich "UEFA EURO 2008" intelligenter als seine Vorgänger. So liefern die Gegner pünktlich zur EM endlich einmal eine anständige Abwehrarbeit ab und machen einem das Leben mit einer engmaschigen Verteidigung schwerer als bei den letzten Turnieren. Außerdem wurde an der Spielbalance gefeilt, wodurch stumpfer Angriffsfußball nicht mehr zwangsläufig zum Torerfolg führen muss. Hier ist der Spieler als Trainer und Dirigent seiner Mannschaft gefragt. Nur ein facettenreich vorgetragener Fußball                                         

gepaart mit der richtigen Taktik führt zum Cup. Überhaupt gibt sich der jüngste Spross der Serie nicht mehr ganz so ungestüm. Waren früher Tempodribblings und schnelle Vorstöße der Weg zum Ziel, so schnuppert die KI von "UEFA EURO 2008" den Braten und stellt geschickt den Raum zu. Hier hat man sich scheinbar ein gutes Beispiel an der Konkurrenz genommen. Das gilt auch für die Ballphysik. Die wirkt nämlich in vielen Momenten nachvollziehbarer und sorgt für Fair Play auf dem Platz. Drum herum bilden 52 Teams und ein EM-Turnier samt Qualifikation das nötige Fundament für ein exzellentes und ausgereiftes Fußballfest. Dazu gibt es einen Szenariomodus mit Spielen aus der letzten Qualifikation. Wer dabei nicht vor lauter Vorfreude auf die kommende EM platzt, sollte sich vielleicht besser die olympischen Synchronschwimm-wettbewerbe im Kalender dick anstreichen.

Weitere Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der mbeat. Diese liegt in der nächsten Müller-Filiale mit Multi-Media-Abteilung kostenlos für Sie bereit.