entertainment magazin von müller

das vermächtnis des geheimen buches

»Family Affairs«

Was gibt es Schöneres, als eine Schnitzeljagd im Kreise von Familien und Freunden zu begehen? Haben sich auch die Highschoolbuddies Cage und Turteltaub gedacht und ihren Indy-Verschnitt Benjamin Gates erneut auf Schatzsuche über die Kontinente gejagt.

Die Tempelritter sind Geschichte. In zweifacher Hinsicht. Denn während Sie mit ihren Geheimnissen und Schätzen seit dem 12. Jahrhundert nicht mehr aus Geschichts– und Verschwörungskompendien wegzudenken sind, hat der Schatzjäger Ben Gates (Nicholas Cage) zumindest im Film die letzten Schleier um das "Vermächtnis der Tempelritter" gelüftet. Ein immenser Schatz von welthistorischer Bedeutung war am Ende des Sommerblockbusters von 2004 gestanden und das nicht nur für Gates und seine Freundin Abigail (Diane Kruger), sondern auch für die Produzenten des familientauglichen Abenteuerspektakels, war es ihnen doch gelungen, die Lücke nach den "Indiana Jones"-Filmen zu schließen und die Erfolge eine "Da Vinci Code" zu antizipieren. Abenteuerliche Verschwörungstheorien befeuern eben immer noch die Fantasie der Zuschauer, die dank eingestreuter historischer Fakten zudem noch das Gefühl bekommen konnten, neben dauernden Adrenalinkicks auch noch etwas lernen zu dürfen. Eine Fortsetzung des Erfolgsfilms war also nur eine Frage der Zeit, die Anfang 2008 auch                                         

hierzulande beantwortet wurde. Klar auch, dass Produzent Jerry Bruckheimer sich mit einem gleichwertigen Neuaufguss nicht zufriedengegeben hätte. Lauter, größer und weiter sollte die Devise lauten, nach der die Geheimnisse diesmal noch geheimer, die Action noch spektakulärer und der geografische Rahmen noch größer sein sollte. Ihren Ausgangspunkt nehmen die Geschehnisse diesmal mitten in den Sezessionskriegen des 19. Jahrhunderts, wo der spätere Lincoln-Mörder John Wilkes Booth dem Ururgroßvater von Gates sein Tagebuch vorlegt. Inklusive eines verschlüsselten Teils, der auf einen Schatz hinweist und der die niederen Motive von Booth und Co. schon zu verraten scheint. Weshalb Gates Senior (Jolies Papi Jon Voight) einige Seiten aus dem Buch verbrennt. Bumm. Präsidentenmord, Mord am später als Nationalheld gefeierten Ahnen. Jetztzeit. Hier würdigt Benjamin eben noch die Großtaten seines Vorfahren, als ihm Antiquitätenhändler Mitch Wilkinson (Ed Harris) die fehlende Seite des Buches                                         

vorlegt. Und die legen nahe, dass der Urur-Gates an der Verschwörung zum Mord an Präsident Lincoln beteiligt war. Was eine historisch derartig wohlwollend verankerte Familie wie die Gates natürlich nicht auf sich sitzen lässt. Also trommelt Benjamin seinen zum Verschwörungstheoretiker mutierten Sidekick Riley (Justin Bartha) und sogar die schonwieder-Ex Abigail zusammen, um mit ihnen gemeinsam den Namen seines Ahnen reinzuwaschen. Was unsere Schatzjäger zunächst nach Paris und anschließend sogar bis ins Büro der Queen im Buckingham Palace treibt. Hier finden sie wichtige Puzzlesteine für ein Rätsel von nationaler Tragweite, hinter dem auch der keineswegs arglose Wilkinson her ist. Mittlerweile auch von Daddy und der entfremdeten Mutter (Helen Mirren) unterstützt), versucht Gates die Bausteine in den USA zusammenzusetzen. Wozu er sogar Zugang zum geheimen Buch des Präsidenten benötigt, das angeblich sogar Informationen zum JFK-Mord und zur Area 51 enthält. Schließlich führen die Spuren zu einem lange vergessenen Ort, an dem die Geschehnisse auf höchst dramatische Weise kulminieren.

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