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gabriella cilmi »Diamonds are a girl’s best friend« |
Sie ist schon süß, diese Gabriella Cilmi. Eine echte Powerstimme hat sie obendrein. Wie ein Hurrikan wirbelt sie durch ihre erste CD "Lessons To Be Learned". Dabei streift sie Motownsoul ebenso wie Rock oder Blues. Das lässt nur einen Schluss zu: Von dieser 16-Jährigen werden wir garantiert noch einiges hören.
Geschafft! Ihre Besuche bei diversen Hamburger Radiosendern hat Gabriella Cilmi endlich hinter sich gebracht. Ein bisschen Ruhe wäre jetzt schön. Deswegen suchen wir uns einen Tisch im hintersten Winkel eines Hotelrestaurants auf St. Pauli. Erst mal einen Latte macchiato, danach ist die 16-Jährige wieder fit fürs Interview. Sie wirkt ebenso dynamisch wie die Musik ihres Debütalbums "Lessons To Be Learned". Kein Wunder, ihre italienischen Vorfahren haben der gebürtigen Australierin diese typisch südländisch-überbordende Lebensfreude quasi in die Wiege gelegt. Sie unterstreicht ihre Worte gern mit großen Gesten, dabei klirren ihre zahlreichen Armreifen. Verlegen schaut sie auf ihre Preziosen: "Ich habe halt einen Schmucktick. Dagegen bin ich völlig machtlos, das ist fast wie eine Sucht." Daher hat sie sich von dem ersten Geld, das sie mit ihren Songs verdient hat, einen Hufeisenring gekauft: "Der soll mir Glück bringen." Dabei ist sie sowieso ein Glückskind. Als sie mit 13 bei einem italienischen Festival in Melbourne "Jumpin´ Jack Flash" sang, verzückte sie nicht nur das Publikum. Ein Labelmanager nahm sie vom Fleck weg unter Vertrag. Wieso, liegt auf der Hand: Ihre markante Stimme erinnert recht stark an Amy Winehouse, somit witterte der Plattenboss wohl gigantische Umsätze. Eine Theorie, mit der man bei Gabriella Cilmi indes nicht punkten kann. "Echt fies, dass derzeit jede junge Sängerin mit Amy Winehouse verglichen wird", mault sie. "Keine von uns will sie kopieren, wir suchen alle unseren eigenen Weg." Eins jedenfalls kann man ihr nicht absprechen: Ihre Stücke schillern farbenprächtiger als die ihrer britischen Kollegin.
Der Opener "Save the Lies" beschwört die Diskoära herauf. "Cigarettes and Lies" hat das gewisse Quäntchen Blues. Bei "Don’t Want To Go To Bed Now" liegt die Betonung auf Rock. Allerdings verlieren sich dann Lieder wie "Sanctuary" oder "Einstein" doch wieder im Retrosoul. Da muss man kein Schuft sein, um Böses zu denken... Gewiss wurde Gabriella Cilmi in Richtung Amy Winehouse gedrückt. Egal: Letztlich ist ja ein 60s-Retro-Sound allemal besser als 08/15-Mainstream. Beschäftigen wir uns also lieber mit der Frage, warum der süße Teenager in seinen Songs die unterschiedlichsten Genres verarbeitet. Die
Antwort: weil ihre Mutter alles von Sweet über Janis Joplin bis Led Zeppelin hörte. In der Konsequenz tanzte Gabriella Cilmi schon als Dreijährige zu Shaggy "Oh Carolina". Ihre erste Silverchair-Platte kaufte sie mit sieben. Und als sie in einem Video Cat Stevens´ "Father and Son"-Interpretation sah, da wusste sie: Die Musik ist ihr Metier. Schon mit neun schrieb sie während des Unterrichts heimlich eine Nummer namens "I Told A Lie". Vier Jahre später war sie bereits eine ernsthafte Songwriterin. Gemeinsam mit Brian Higgins arbeitete sie während der Ferien in dessen Studio im englischen Kent an den Titeln für ihr Erstlingswerk. Auf Anhieb schaffte sie damit den Sprung in die britischen Album-Top-Ten. Danach war klar: Das Mädel hat enormes Potenzial. Folglich zog sie vor einigen Monaten mit ihrer Mutter nach London. Von der Schule ging sie nach der zehnten Klasse ab, per Fernstudium büffelt sie nun für ihr Abi. Was ganz schön hart ist: "Früher trieben mich ja die Lehrer zu Höchstleistungen. Jetzt muss ich mich selbst zum Lernen disziplinieren."
Einfach ist das nicht. Zumal sie stets mit ihrer Konzentrationsfähigkeit hadert: "Manchmal bin ich wie eine Zweijährige. Schon nach kurzer Zeit verliere ich das Interesse an einer Sache und klappe dann meine Bücher wieder zu." Kein Wunder, die britische Hauptstadt hat schließlich mehr zu bieten als schnöde Physik oder Chemie. Am Wochenende schlendert Gabriella Cilmi gern über den berühmten Markt in der Portobello Road, abends geht sie so oft wie möglich in Konzerte: "In London spielen weitaus mehr Bands als daheim in Melbourne. Da habe ich dann die Qual der Wahl." Queens Of The Stone Age hat sie live gesehen. Sogar The Stooges jubelte sie zu. All diese Musik saugt sie auf wie ein Schwamm. Später, wenn sie dann an ihren eigenen Nummern arbeitet, schöpft sie daraus: Daher schreibt sie nur über Dinge, die sie genau kennt. Für richtige Liebeslieder fühlt sie sich schlichtweg zu jung: "Dieser Herzschmerzkram ist nicht meins. Schließlich war ich noch nie wirklich verliebt." Okay, sie hat schon mal für einen Jungen geschwärmt, aber mehr ging da nie. Somit bezieht Gabriella Cilmi ihr Wissen über das höchste der Gefühle bislang aus der Literatur. Durch Janis Joplins Biografie etwa lernte sie, wie sehr einen Liebeskummer zermürben kann. Daraus entstand dann ihr Lied "Sit In The Blues".
Den gesamten Text dieses Artikels sowie viele weitere Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der mbeat, die kostenlos für Sie in Ihrer nächsten Müller-Filiale mit Multi-Media-Abteilung ausliegt.
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