entertainment magazin von müller

into the wild

»Überleben ist nicht alles«

Mit seiner bislang besten Regiearbeit entführt uns Enfant terrible Sean Penn in die Wildnis, wo Emile Hirsch ein anderes Amerika und sich selber finden will, aber zunehmend an die Grenzen seiner selbst und der Naturgewalten stößt. Man möchte denken, dass der Junge bescheuert ist, den Sean Penn in seiner Verfilmung des Tatsachenromans von Jon Krakauer in die Wildnis schickt. Eines dieser idealistischen reichen Kinder, die sich mit der Gesellschaft anlegen, weil der Konflikt mit den Eltern nicht ausgetragen werden kann. Vielleicht auch aus hedonistischen Gründen, weil ziellosen Umherstreifen den Ernst des Lebens ein wenig in den Hintergrund treten lässt. Und nicht zuletzt wirkt der Trip von Christopher McCandless (Emile Hirsch) wie die zur Sucht gewordene Suche nach den eigenen Grenzen, die letztlich sogar in den Tod münden könnte. Sieht man als Zuschauer dann dieses                                         

unfassbar schön fotografierte andere Amerika, die grenzenlose Freiheit, majestätische Ruhe, kaum greifbare Schönheit, gespiegelt in Augen, die Begeisterung und vollkommene Zufriedenheit ausstrahlen, dann beginnt man trotzdem einiges zu verstehen: nicht die Konsequenz, mit der der Collegeabsolvent seine Ersparnisse spendet bzw. verbrennt und alle Brücken                                         

abbricht, um letztlich nach Alaska "Into the Wild" zu gehen; nicht den Schmutz und das Späthippieleben, in das er sich fallen lässt. Aber die familiären Beweggründe, die ihn zu dieser "Flucht" quasi getrieben haben und ein wenig auch die Erfüllung, die er hier erfährt. Wie ein ganzes Leben, von der Geburt bis ins Alter, inszeniert Sean Penn Christophers zweijährigen Trip. Ausgehend von der letzten Station seiner Reise, einem verwilderten Magic Bus irgendwo in den verschneiten Bergen Alaskas, rollt sein Film die Ereignisse noch einmal auf, die Mc-Candless hierhergeführt haben. Der Collegeabschluss, die Erwartungshaltung und ewigen Streitereien seiner Eltern (William Hurt und Marcia Gay Harden), der heimliche Aufbruch ins Ungewisse, das buchstäblich in den Sand gesetzte Auto und schließlich das anschließende Vagabundenleben. Passend zum neuen Leben gibt's

auch einen neuen Namen: Als Alexander Supertramp zieht er von Kalifornien

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