entertainment magazin von müller

Metallica

»Götter in Schwarz«

Rockstar-Outfit aus T-Shirt und Jeans, der so ausgeschlafen und entspannt wirkt, wie selten zuvor. Und dessen Gesicht längst nicht mehr so Akne-zerfurcht, blass und aufgedunsen ist wie in der Vergangenheit. "Ich weiß, das klingt jetzt fürchterlich langweilig, aber ich habe aufgehört zu trinken,ernähre mich einigermaßen gesund, mache Sport und fühle mich besser denn je. Nenn mich eine Pussy, aber das ist die Wahrheit, Mann", kommt es mit einem trockenen, kehligen Lachen. Das jedoch abrupt endet, wenn man ihn an "Some Kind Of Monster", die schonungslos ehrliche Banddoku von 2004 und den damit verbundenen Reha-Aufenthalt erinnert. "Scheiße, den Film kann ich mir heute nicht mehr ansehen. Das sind zu viele schlechte Erinnerungen -und das bin ich nicht mehr. Ich bin längst woanders, und es tut mir weh zu sehen, wie dumm ich mal war bzw. wie kindisch ich mich benommen habe." Denn Metallica, daran lässt er keinen Zweifel, hat sich in den vergangenen fünf Jahren genauso weiterentwickelt, wie er selbst -und wie die übrigen drei Mitglieder. Nämlich Drummer Lars Ulrich,                                         

Gitarrist Kirk Hammett und Neubassist Robert Trujillo, die allesamt neue Lebensabschnittspartner samt Nachwuchs haben, geistig und körperlich frischer denn je sind und wieder richtig Lust auf das Monster Metallica verspüren, das seit 1981 acht Alben aufgenommen, 96 Millionen Tonträger verkauft und gigantische Mammuttourneen durch die größten Stadien der Welt absolviert hat. Eine Größenordnung, die sie -und allein das ist ein Phänomen -immer noch ganz locker füllen. Sprich: mit neuem Album oder ohne. Wie vor ein paar Wochen bei Rock Am Ring/Rock Im Park, als das Quartett aus San Francisco zwei Stunden lang einen Klassiker nach dem anderen brachte, sich in einen regelrechten Rausch spielte und entsprechend frenetisch gefeiert wurde. "Ich habe das Gefühl, dass wir hier die beste und                                         

treueste Fanbase auf der ganzen Welt haben", konstatiert ein sichtlich gerührter Hetfield. "Ich meine, es ist ein Wahnsinnsgefühl, vor 85.000 Leuten zu spielen, die dir eine unglaubliche Liebe entgegenbringen. Das ist besser als Sex. Ja, Mann, das ist der längste Orgasmus der Welt. Und danach kann man süchtig werden. Deshalb machen wir das ja auch. Was nicht heißt, dass wir zu Hause keinen Spaß mehr hätten. Das ist definitiv nicht der Fall." Eine Aussage, über die er erst einmal laut lachen muss, nur um dann zum eigentlichen Anlass dieses Gesprächs zu kommen: das neue, neunte Album, das am 12. September erscheint, den Titel "Death Magnetic" trägt und um dessen Coverartwork und Songtitel lange Zeit ein echtes Geheimnis gemacht wurde.

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