entertainment magazin von müller

kung fu panda

» Everybody Is Kung Fu Fighting«

Wenn die Shaw-Brothers das gewusst hätten: Dreamworks bedient sich in gewohnt satirischer Manier bei den Kung-Fu-Klassikern Asiens, würzt das Ganze mit einer Prise "Kill Bill" und heraus kommt trotzdem eine familienfreundliche CGI-Perle mit tierisch viel Pfeffer im Hintern -pardon -Po!

Auf diese Art und Weise geht man der Konkurrenz aus dem Weg: Während Pixar als Marktführer mit animationstechnischer Perfektion und recht zugänglichen Themen breiteste Publikumsschichten erreicht, bleiben die Dreamworks Studios ihrem anarchischen Stil rund um "Shrek", "Madagascar" und "Ab durch die Hecke" treu und können dadurch sogar beim erwachsenen Publikum punkten. Denn dass man mit einem Kampfspektakel rund um die tierischen Bewohner Asiens die Kleinsten begeistern würde, war klar. Wenn man das Ganze aber um jene Elemente anreichert, die deren Eltern noch aus den Siebzigern kennen, dann ist der perfekte Bogen zwischen Jung und Alt geschlagen. In knalligen Farben schwelgen die Regisseure Osborne und Stevenson für ihre Verbeugung vor den Großen des Martial-Arts-Kinos, denen sie mit einem dicken, faulen und verfressenen Pandabären aber den denkbar untypischsten Kampfklops gegenüberstellen. Po heißt der tapsige Tagträumer, dessen Visionen wunderbar an klassischen asiatischen Illustrationen angelehnt                                         

sind, angefüllt mit den Abenteuern der "Furiosen Fünf", die sich in der Vergangenheit u. a. dem bösen Tai Lung in den Weg gestellt haben. Statt echter Abenteuer wartet aber nach dem Erwachen nur der nächste Nudeltopf, den Po für seinen Vater an den Mann bzw. die Tiere zu bringen hat. Und das ausgerechnet an dem Tag, an dem die Furious Five -also Tigerin, Kranich, Gottesanbeterin, Affe und Viper -vor großem Publikum ihre Kampfkunst demonstrieren sollen, damit einer von ihnen zum Auserwählten bestimmt werden kann. Klar, dass der Panda alles daran setzt, seine Idole live und in Farbe zu sehen und die Nudelsuppe ein wenig vernachlässigt. Nur ist sein Vordringen in die Kampfarena ein wenig zu explosiv. Mit Feuerwerkskörpern schießt sich der Tollpatsch mitten hinein ins Geschehen und das just in dem Moment, in dem der alte Schildkrötenmeister einen vom Himmel kommenden Ausnahmekämpfer ankündigt. So wird aus Panda Po plötzlich der Auserwählte, der von den eifersüchtigen Furiosen Fünf natürlich kritisch beäugt wird. Zumal er über keinerlei Kampferfahrung verfügt und bei den ersten Tests von Meister Shifu gnadenlos durchfällt. Was umso dramatischer ist, als bekannt wird, dass der böse Tai Lung seinem unterirdischen Gefängnis                                         

(in einer spektakulären Sequenz) entronnen ist, um sich an den Fünf, ihrem Meister und dem ganzen Land zu rächen und sich mit magischer Schriftrolle selber zum Auserwählten zu küren. Wie soll sich ein kampfuntüchtiger Panda dem entgegenstellen? Nun, am besten mit Selbstbewusstsein. Während die Fünf aufbrechen, um Tai Lung auf eigene Faust bzw. Handkante den Garaus zu machen, lässt sich Shifu davon überzeugen, dass Po der Richtige für den Job ist, ein Glauben, den er auch auf seinen Schüler überträgt. Plötzlich wird Pos Verfressenheit zum großen Trumpf. Denn im Erreichen von Essen erweist sich der Bär als außerordentlich geschickt. Die perfekte Grundlage für ein Training also, das der Panda gerade noch rechtzeitig abschließen kann. Denn Tai Lung und seine fiesen Horden haben sich der Fünf erfolgreich entledigt und streben nun den Besitz genau jener geheimnisvollen Schriftrolle an, die der "Kung Fu Panda" in Sicherheit bringen soll.

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