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the dark knight »… Und erlöse uns von dem Bösen!« |
Schöne Bescherung! Pünktlich zu Weihnachten erscheint mit Batman jener dunkle Erlöser auf der Bildfläche, dessen neuestes Abenteuer zum Film gewordenen Superlativ der jüngeren Vergangenheit geworden ist. Vorhang auf für ein Meisterwerk!
Tim Burton in allen Ehren, aber was Joel Schumacher und mit ihm Val Kilmer und George Clooney aus dem Flattermann mit der dunklen Agenda gemacht hatten, erinnerte eher an die unfreiwillige Komik von "Batman hält die Welt in Atem" denn an jene düstere Gestalt, die einst von Bob Kane ersonnen worden war. Die vom Regieexzentriker Burton erfolgreich fürs Kino etablierte Reihe war so zum Schaulaufen großer Namen in bunten Kostümen verkommen, was gleichzeitig den temporären Todesstoß für den durch und durch menschlichen Rächer bedeutete. Es mussten erst die halbwegs ernsthaften Comicadaptionen von Sam Raimi ("Spider-Man") bzw. Bryan Singer ("XMen") kommen, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit für den heiligen Ernst hinter vermeintlich jugendlichen Nerds vorbehaltenen Comicwelten zu wecken. Nur so lässt es sich erklären, dass man die "Batman"-Franchise mit Christopher Nolan 2005
einem komplex arbeitenden Briten anvertraute, der schon mit "Memento" und "Insomnia" tief in die Hirnwelten seiner kaputten Protagonisten eingetaucht war. Unter seiner Regie durfte der eben noch völlig ausgehungerte "Machinist" Christian Bale dem kaputten Idealisten neues Leben einhauchen, flankiert von Topstars der
Marke Michael Caine, Gary Oldman und Liam Neeson, die Figuren aus Fleisch und Blut verkörpern durften in einem "Batman", der sehr viel stärker in der Realität verortet war als seine Vorgänger. "Batman Begins" wurde so zum kritisch gefeierten Erfolg an den Kinokassen und zum Beginn einer neuen Superheldenära in einer Zeit, die Helden dringender braucht denn je. Nur dass jene gegen das immer komplexer werdende Böse kaum noch etwas ausrichten können. Anarchy in the US Es ist deshalb nur folgerichtig, dass der drei Jahre später entstandene "Dark Knight" das Licht beinahe
vollkommen aus dem Gotham-Kosmos verbannt. Und es ist ebenso folgerichtig, dass die menschliche Tragik, die dem Filmhelden und seinen Widersachern innewohnt, ihre Entsprechung im Entstehungsprozess fand. Stichwort Heath Ledger, dessen eindrucksvolle Neudefinition des Joker angeblich dunkle Schatten auf sein eigentliches Ich geworfen hat. Viel ist geschrieben und gesagt worden zur oscarreifen Performance des Australiers. Und dieser Mythos lässt sich kaum mehr von seiner tatsächlichen darstellerischen Leistung trennen. Aber ob er den Oscar verdient hat, weil die Rolle sein Leben gefordert hat, oder weil er sich mit dem ganzen Sein in sie hineingeworfen hat, ist letztlich Nebensache. Sein Mensch gewordenes Abbild von Terror und Anarchie wird das Salz in der Suppe des "Dark Knight" bleiben, der nicht nur dank rekordverdächtiger Einspielzahlen und Wertungen (momentan rangiert er auf der imdb -Liste der besten Filme aller Zeiten auf Platz 4) seinen Platz in der Filmgeschichte jetzt schon sicher hat.
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