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mirror’s edge »Auf der Flucht« |
Nachdem Runnerin Faith bereits auf den Next-Gen-Konsolen für ein völlig neues Spielerlebnis sorgen durfte, freuen sich nun auch PC-User über die grafisch und spielerisch sogar noch verbesserte Parkouring-Referenz.
Dir geht mächtig die Pumpe. Soeben hast du einen Abgrund überwunden, indem du die Wand entlanggelaufen bist, hast dich in Richtung eines Abflussrohrs gestürzt, ohne zu wissen, ob Du es zu greifen kriegst. Du rennst. Rennst weiter über Dächer, erklimmst Vorsprünge, stürzt dich in Tiefen und zwar in einem Tempo, das dir den Atem zuschnürt. Was für sich alleine genommen noch nicht so schlimm wäre. Aber da sind ja noch die Kugeln, die dir um die Ohren pfeifen, Scharen futuristischer Cops, die sich bei deiner Verfolgung Befehle zurufen, deren Atem du förmlich im Nacken spürst. "Mirror's Edge", das ist Adrenalin pur. Ein Spielerlebnis, das dich vollkommen mitnimmt in die futuristische Welt, die dich als Feind betrachtet. Nahezu perfekt wurde das Spiel mit der Egoperspektive dazu auf die Spitze getrieben. Wir sehen allenfalls mal unsere nach vorne schnellenden
Arme oder unsere Beine, wenn wir uns behände abrollen. Der Rest von Faith bleibt uns -von Spiegelungen und Zwischensequenzen abgesehen -verborgen. Was einerseits schade ist, weil das Mädel eine verdammt sexy Heldin abgibt, andererseits aber zur noch direkteren Identifikation mit unserem
Handeln auf dem Bildschirm beiträgt. Jenes ist in erster Linie durch unseren "Job" bestimmt. In einer Zukunft, in der Big-Brother-mäßig das ganze Leben kontrolliert wird, sind wir als "Runner" eine Art Kurier für gefährliche Fracht. Die wir so hoch oben wie möglich durch die mit Polizis-ten durchsetzte Stadt transpor-tieren. Erst, als unsere Schwester für einen Mord verantwortlich gemacht werden soll, rutschen wir richtig tief ins Schlamassel. Ständig von der Staatsgewalt verfolgt, versuchen wir, die Hintergründe des Geschehens aufzuklären, was auf Wunsch sogar ganz ohne Waffeneinsatz
möglich ist. Denn der Schwerpunkt in "Mirror's Edge" liegt auf der Artistik, nicht unbedingt auf den (gleichwohl genial umgesetzten) Scharmützeln, die wir uns mit unseren schwer bewaffneten Gegenübern liefern. Was zwar auch bedeutet, dass die Story zwischen den waghalsigen Missionsepisoden eher schwächelt. Aber das ist aufgrund der Rasanz des Geschehens ohnehin zweitrangig. Zumal die wahre Herausforderung in den Time Trials auf uns wartet, wo wir uns mit Runnern aus der ganzen Welt messen und gegen heruntergeladene "Gosts" um die beste Zeit kämpfen. Warum die PC-Gemeinde auf dieses Highlight ein wenig länger warten musste? Die Entwickler setzen für den PC zusätzlich auf die PhysX-Engine und holen so noch bessere Grafik und flüssigere Bewegungsabläufe aus einem ohnehin fast perfekten Siel heraus.
Weitere Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der mbeat. Diese liegt in der nächsten Müller-Filiale mit Multi-Media-Abteilung kostenlos für Sie bereit.