entertainment magazin von müller

wanted

»Loser, männlich, jung, gesucht …«

Unverfilmbar in einer politisch korrekten Welt! Die Comicvorlage von Kultautor Mark Millar enthält all das, wovor Hollywood gerne die Nase rümpft.

LSex, unmotivierte Gewalt auch gegen Unschuldige und ein derartig durchgeknalltes (Parallel-)Universum, dass für eine Verfilmung sämtliche Budgetbeschränkungen aufgehoben werden müssten. Der junge Wesley Gibson wird hier aus seinem erniedrigenden Büro-und Niemandsalltag gerissen und von einer Liga außergewöhnlicher Superkrimineller zum gnadenlosen Killer ausgebildet. Deren Ziel: die Auslöschung sämtlicher Superhelden in diesem und allen Paralleluniversen. Was Autor Millar zur völlig anarchischen Umdeutung der Werte im Dienste der Selbstbefreiung benutzt. Weshalb bereits im Vorfeld klar war, dass "Wanted" als Film völlig anders funktionieren musste. Und es ist das Verdienst des                                         

visionären Tausendsassas aus Kasachstan, dass dabei trotzdem etwas vom Geist (und vor allem der Optik) der kultisch verehrten Vorlage übrig geblieben ist. Ganze Comicbildfolgen haben es so vor allem zu Beginn des Films auf die Leinwand geschafft und zwar in einer audiovisuellen Wucht, die im modernen Kino ihresgleichen sucht. Sprung durch ein Fenster auf ein gegenüberliegendes Hochhaus? Check! Paralleles Feuern aus allen Rohren? Check! Bullettimeeffekte, die die Wachowskis blass werden lassen? Check! Exekutierung aus mehreren 1000 Metern Entfernung?                                         

Check! Und schließlich: jemandem eins mit der Computertastatur überbraten, deren zerlegte Tastaturteile in der Luft ein deftiges "Fuck You!" formen? Check! "Wanted" kommt daher wie ein filmischer Stinkefinger an alle "Geht nicht"-Beschwörer, ein grell überzeichnetes "Ich kann alles" als Visitenkarte eines Regisseurs, der vor allem im Action-und Sci-Fi-Bereich für Furore sorgen wird. Und das, obwohl er die Geschichte auf ihre Grundzüge eingedampft hat. Auch hier ist das Leben des jungen Wesley Gibson von der Aufeinanderfolge an Demütigungen bestimmt. Die übergewichtige Bürochefin traktiert ihn, die Freundin betrügt ihm mit dem besten Freund, das Konto ist wie die Google-Suchanzeige nach dem eigenen Namen komplett leer. >Loser, männlich, jung, gesucht .

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