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black eyed peas »Das Ende vom Anfang« |
Babys oder Karriere? Zur Veröffentlichung des neuen Black-Eyed-Peas-Albums steckt Stacy Ann Ferguson, genannt Fergie, in der emotionalen Klemme. Einerseits will sie aktive Familienplanung betreiben, andererseits erhält sie ständig neue, verlo-ckende Angebote aus der Film-und Modewelt. Ein Gespräch über dekadente Hochzeitsfeiern, partytaugliche Haartönungen, präsidiale Ostereier und signierte Hotpants.
Fergie, war es das? Ist "The E.N.D." der letzte Vorhang für die Peas? (lacht) Nein, wir kokettieren nur damit, dass die Leute ständig meinen, wir würden uns trennen – was wir super lustig finden. Dabei steht das eigentlich für "The Energy Never Dies", was ja das exakte Gegenteil bedeutet. Und wir wollen damit verdeutlichen, dass wir das Ende einer Ära erreicht haben. Nämlich die, in der wir aufgewachsen sind und in der wir noch zum Plattenladen gegangen sind, um Alben auf Vinyl, CD oder Kassette zu kaufen. Denn mittlerweile lädt man sich Musik doch nur noch aus dem Internet – und zwar aufs Handy, auf den iPod oder was auch immer. Dinge, von denen wir als Kinder nicht mal zu träumen gewagt hätten und die wir wirklich spannend und gut finden. Deshalb unterstützen wir sie und die Technik, die damit einhergeht. Und indem wir sie in unserer Musik einsetzen, loten wir nicht nur unsere Grenzen aus, sondern halten auch den Sound frisch. Was extrem wichtig ist – wir wollen ja nicht immer denselben Kram machen. Wobei man euch musikalisch kaum wiedererkennt – ihr schwimmt voll auf der französischen Elektrowelle um Air und Daft Punk. Stimmt. Ich habe in den letzten Jahren DJs wie David Guetta und Tiesto entdeckt und mir ihre Sachen beim Fitnesstraining angehört. Was mich sehr inspiriert hat – und garantiert auch dafür gesorgt hat, dass ich einige Kilos verloren habe. (lacht) Trotzdem ist es immer noch Black Eyed Peas. Halt nur mit anderen Einflüssen. Wir haben zum Beispiel Tracks mit Bollywoodelementen, mit Dub und mit starkem Elektrofeeling. Das Ganze ist also sehr futuristisch, aber auch ethnisch geprägt. Es tendiert nicht zu einer Kultur, sondern zu vielen unterschiedlichen. Und das ist eine weitere Nuance, die wir unserer Musik hinzufügen. Denn sie ist ja eh ein einziger Mix. Das war sie schon immer. Der Unterschied ist nur, dass die Beats jetzt schneller sind. Denn es ist ein Clubalbum, also definitiv für den Dancefloor. Und es dreht sich ums Feiern und Spaß haben. Was ja gerade in dieser Zeit, da jeder Geldprobleme hat und überall Kriege herrschen, nicht ganz unwichtig ist. Das Album lässt dich alles vergessen. Also Alltagsflucht als sozio politisches Statement? Ja, und ganz nebenbei ist es ja noch unsere Reunion. Denn wir hatten eine lange Pause, die wir genutzt haben, um unsere Solo-träume zu verwirklichen, was wunderbar war. Aber es war auch toll, jetzt wieder zusammenzukommen und zu sagen: "Lasst uns ein neues Album machen. Lasst uns ins Studio gehen." Deshalb handeln die meisten Tracks davon, eine gute Zeit zu haben. Hand aufs Herz: Gehst du
mit 33 noch regelmäßig in die Clubs? Oder ist das reines Wunschdenken? (lacht) Also ich gehe definitiv viel aus – wenn auch nicht mehr so oft wie Apl und Will, die jeden Abend um die Häuser ziehen. Und ich bin wesentlich aktiver, wenn ich auf Tour bin als Zu Hause in Los Angeles. Da geht es mir doch eher ums Ausspannen und um mein Privatleben. Aber ich hatte zum Beispiel gerade erst eine Soloshow in Miami, und danach bin ich mit meinen Musikern und Tänzern in den LIV Club gegangen. Was ein Riesenspaß war. Genau wie die Nacht nach dem NCAA-Auftritt, als wir in Detroit aus waren. Und ich finde es wichtig, es ab und zu richtig krachen zu lassen. Nicht immer, aber ab und zu. Einfach, um aus sich herauszugehen und sich den nötigen Ausgleich zu verschaffen. Wenn auch in Maßen. Aber so schlecht scheint es dir doch nicht zu gehen. Immerhin hast du Ostern im Weißen Haus verbracht. Und das war eine wahnsinnige Ehre!
Stell dir vor: Ich durfte zwei 20-Minuten-Shows performen, und Sasha, Malia und die First Lady haben sich direkt vor die Bühne gestellt und alle Stücke mitgesungen, was unglaublich war. Außerdem hatte ich meine Familie im Schlepptau, und sie haben den Präsidenten getroffen und ein Foto mit ihm gemacht. Dann durfte ich die Nationalhymne singen – mit den Obamas im Rücken. Ich meine: Was will ich mehr? Es war ein tolles Ostern. Das beste, seit ich ein kleines Mädchen war – und der Osterhase alle Eier versteckt hat. (lacht) Außerdem bist du demnächst an der Seite von Daniel Day-Lewis und Kate Hudson zu sehen – in einem Film namens "Nine"… Stimmt. Das ist ein Musical, das wir dieses Jahr in London gedreht haben, und in dem ich ein Duett mit Daniel Day-Lewis singe. Die gesamte Besetzung besteht nur aus A-Klasse-Schauspielern, die auf dem Höhepunkt ihres Schaffens sind. Also wirklich talentierte Leute. Was eine großartige Erfahrung ist. Deshalb werde ich da garantiert noch mehr machen. Wobei du den Part einer Prostituierten spielst und dafür angeblich jede Menge Gewicht zulegen muss-test. Stimmt das? Richtig. Und allein das war eine Riesenherausforderung: Nämlich diesen Charakter nicht nur zu spielen, sondern ihn auch physisch rüberzubringen – also durch meinen Körper. Und das hieß, bewusst ein paar Pfunde zuzulegen, aber sie später auch ganz schnell wieder loszuwerden. Eben damit sie ja nicht hängen bleiben. Und ich muss gestehen: Das ist mir verdammt schwer gefallen. Also mal eben 15 Kilo mehr oder weniger – das ist gar nicht so einfach. Zum Glück hatte ich einen guten Anreiz: Ich hätte sonst nicht in mein Hochzeitskleid gepasst. Und das wäre schrecklich gewesen. Du hast in Malibu geheiratet – vor 150 geladenen Gästen. Wie war das? Traumhaft! Wir hatten einen Teich voller Fische. Und jeder, der wollte, durfte darin
angeln. Wie bitte? Na ja, das ist so eine Sache, die mein Mann Josh Duhamel und ich immer mit unseren Vätern gemacht haben. Eben als wir noch Kinder waren. Und wir haben das Gefühl, dass uns solche Gemeinsamkeiten noch enger verbinden – eben, dass wir beide dasselbe Kindheitserlebnis hatten. Von daher war es cool, das in den Vordergrund zu rücken. Aber das war doch nicht die einzige Attraktion des Abends, oder? Nein, keine Sorge! Wir hatten noch eine Bluegrassband, ein Jazztrio, eine Mariachiband und eine Art HipHop-Club, der aber erst später geöffnet hat. Also nach dem Konzert, bei dem Slash, Will.I.Am und Kid Rock aufgetreten sind. Es war also ein sehr musikalischer Tag – quasi mit der gesamten Evolution der Musik. U nd genau das sollte es auch sein. Das war das Thema unserer Hochzeit. Wobei der Höhepunkt ganz sicher Joshs Version von "Livin’ On A Prayer" war. Wovon es auch ein Video gibt. Es war ein Riesenspaß. Unsere Familien und Freunde sind total ausgerastet. Und was sagt dein Mann dazu, dass du deine Unterwäsche bei eBay versteigerst? (lacht) Das war die Idee von Daniel Day-Lewis, mit dem ich in "Nine" auftrete. Er suchte Promis, die ihre Unterwäsche für einen guten Zweck spenden – nämlich für Obdachlose in London. Und da ich einen Werbevertrag mit der japanischen Kollektion von Peach John habe, die wirklich sehr süße Sachen designen, habe ich halt ein paar goldene Hotpants signiert. Einfach, weil ich sie für sehr Rock ’n’ Roll halte. Was haben sie eingebracht? Keine Ahnung. Aber sie waren brandneu – also definitiv nicht getragen. Ich schwöre!
Den gesamten Text dieses Artikels sowie viele weitere Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der mbeat, die kostenlos für Sie in Ihrer nächsten Müller-Filiale mit Multi-Media-Abteilung ausliegt.
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