entertainment magazin von müller

transporter 3

»Fahr schon mal den Wagen vor ...«

Crash Boom Bang! Zum dritten Mal lässt Action-Superstar Jason Statham in Sachen schnelle Karren und heiße Miezen nix anbrennen, wenn er seine schnucklige Fracht nach Odessa und etliche Gegner ins Jenseits befördert.

Das Leben als Frank Martin könnte mittlerweile so einfach sein. Nachdem er zunächst die halbe Côte d’Azur und anschließend Miami dank herausragender Fahrkünste und knochenbrechender Martial Arts in Schutt und Asche gelegt hat, hat auch er sich ein Ruhepäuschen verdient. Mit dem ihn aufopferungsvoll unterstützenden Cop Tarconi (François Berléand) ein wenig angeln, sich die südfranzösische Sonne auf den Pelz und die beginnende Glatze brennen lassen, das Transportieren gefährlicher Fracht ausnahmsweise mal anderen überlassen. Das Problem ist: Die sind nicht so gut wie der "Transporter". Weshalb der nicht ganz so fahrtüchtige Kollege seine betäubte weibliche Fracht auch nicht wie vereinbart bei seinen kriminellen Auftraggebern abliefert, sondern nach spektakulärer Verfolgungsjagd mitten in Martins bescheidener Behausung. Wo sich nach "Abdankung" des Ersatzes auch bald schon die bösen Jungs, angeführt von "Prison Break"-Baddie Robert Knepper, einfinden. Die wollten ohnehin lieber den erfahrenen Transporter für ihr Unterfangen gewinnen und nun haben sie auch die richtigen Argumente parat. Denn wenn sich den unwillige Martin oder sein                                         

hübsches weibliches Transportgut mehr als 20 Meter vom Fahrzeug entfernen, wird es brenzlig für beide. Anders gesagt: Bereits eine "Pinkelpause" könnte zur unangenehmen Explosion seiner selbst führen. Also macht sich Martin mit dem plappernden ukrainischen Partygirl auf nach Odessa, wo die Tochter des dortigen Umweltministers nur gegen kriminelle Zugeständnisse ihres Vaters wieder auf freien Fuß gelassen werden soll. Aber der Transporter wäre nicht der Transporter, würde er nicht jede sich ihm bietende Gelegenheit nutzen, um mit haarsträubend unwahrscheinlichen Stunts für Ärger zu sorgen. Und das nicht nur mit Fäusten und im Gefährt, an das er per Explosionsband quas gefesselt ist, sondern auch während einer spektakulären Verfolgungsjagd auf dem Fahrrad durch Budapest, bei der es von entscheidender Bedeutung ist, dass Frank den eigenen Wagen nicht aus den Augen verliert. Und sonst? Darf sich der Fahrer endlich mal weniger wortkarg und fast schon romantisch geben, gleich mehrmals seinen gestählten Oberkörper zeigen und schließlich in bester "Crank"-Manier gleich mehrmals dem Tod von der Schippe springen. Nicht nur in Deutschland hat der dritte Teil der Actionfranchise, inszeniert vom klingenden Namen                                         

Olivier Megaton, aus Jason Statham endgültig den "Last Action Hero" gemacht, den wir seit dem langsamen Abschied unserer 80er-Jahre-Helden so schmerzlich vermisst haben. Mit "Transporter 3" und dem jüngst in den Kinos gefeierten zweiten "Crank" hat sich der ehemalige Turmspringer als Reinkarnation von Bruce Willis, Arnie, JCVD, Steven Seagal und Sly Stallone in einer Person zum alleinigen Retter testosteronschwangerer Hau-drauf-und-Schluss-Action aufgeschwungen, dem dank seines trockenen Charmes auch die Frauen reihenweise zu Füßen liegen. Sage noch einer, ein unterhaltsamer Kinoabend benötige mehr als deftige Explosionen, krachende Knochen, sexy Begleiterinnen und schnelle Autos. Tiefgründiges Autorenkino geht anders. Aber wenn es um Fast, Furious und Speed geht, dann macht dem einzigen wahren Actionheld des dritten Jahrtausends keiner mehr etwas vor. Auf die Gaspedale, fertig, los!

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