entertainment magazin von müller

Alicia Keys

»Von einer, die auszog, das Lieben zu lehren«

"Professor Keys"? Alicia hält inne, aber nur kurz. "Sehr gut kann ich mir vorstellen, eines Tages zu unterrichten und meine Kenntnisse weiterzugeben. Denn Bildung -das klingt immer so platt, stimmt aber wirklich -ist so wahnsinnig wichtig für einen jungen Menschen."

Am Abend vor unserem Interview, das in der Bar des trendigen und ziemlich verglasten "Cooper Square Hotel" mitten in Manhattan stattfindet, war Alicia wieder an der Uni. Aber mitnichten als Studentin. Vielmehr hat die 28-Jährige an der New York University eine regelrechte Vorlesung abgehalten. Vor Staudenten der "Tisch School of the Arts" -viele von ihnen sind selbst Songschreiber und Musiker -beantwortete Keys Fragen und spielte anschließend ein knapp einstündiges Konzert mit ihren größten Hits und einigen neuen Songs ihres vierten Albums "The Element of Freedom". Nun ist Alicia ein millionenschwerer Superstar, der im Lauf einer nun acht Jahre währenden Karriere weltweit gut und gerne 25 Millionen Alben verkauft hat. Kann sich so ein Mensch denn überhaupt noch mit Studenten identifizieren? "Selbstverständlich kann ich das. Wie jeder Mensch liebe auch ich es, Fragen zu stellen und weiterzukommen im Leben. Ich lebe kein selbstzufriedenes Leben.                                         

Ich bin sehr neugierig, wie andere Menschen zurechtkommen, was sie bewegt und antreibt. Und gerade Studenten, deren Lebensweg spannend ist und weitgehend ja noch offensteht, inspirieren und interessieren mich sehr." Alicia Schwammkopf Natürlich diente der Auftritt im Uni-eigenen "Skirball Center for the Performing Arts", dem einige Tage später eine vergleichbare Veranstaltung in Los Angeles folgte, weniger dem Zweck, akademische Gelüste zu befriedigen. Sondern zuvorderst natürlich dem Wunsch, möglichst originell wie breitenwirksam für "The Element of Freedom" zu trommeln. So schlägt Keys auch immer wieder den Bogen zwischen Motivationsseminar und Eigen-PR. "Ich kann fühlen, wie hell ihr scheint", ruft sie der Menge zu. "Ihr seid mächtige Individuen mit endlosen Möglichkeiten. Nichts wird euch davon abhalten, eure Träume wahr werden zu lassen." Um dann nahtlos auf ihr neues Werk zu sprechen zu kommen. "Ich                                         

habe das Album 'The Element of Freedom' genannt, weil ich spüre, wie ich immer offener werde und auch vermeintlich abwegige Ideen und Einflüsse weiterverfolge. Ich blocke nichts ab. Ich bin wie ein Schwamm, der es liebt, sich mit Kreativität vollzusaugen." Alicia galt schon früh als Wunderkind, mit vier konnte sie Piano spielen, bald darauf begann sie, eigene Lieder zu komponieren. Die Helden ihrer Kindheit hießen Mozart, Chopin und Stevie Wonder. Ein Jahr früher als üblich kommt die einzige Tochter einer alleinerziehenden Mutter irischitalienischer Abstammung und eines jamaikanischen Vaters, der "uns im Stich ließ und zu dem ich keinen Kontakt mehr habe" in die Grundschule. Später dann, mit 14, überspringt sie ein weiteres Jahr. Ihren Highschool-Abschluss macht Alicia bereits als 16-Jährige auf der "Professional Performing Arts School" in Manhattan, die Schauspielerin Claire Danes war eine...

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