entertainment magazin von müller

ice age 3

»Die Dinosaurier sind los«

Fast neun Millionen Zuschauer alleine in den deutschen Kinos können nicht irren: Statt globaler Erwärmung wurde im Sommer 2009 die Eiszeit zelebriert. Wobei auch jene in Zeiten zunehmender Wärmeentwicklung stand. Stichwort: Familie, Kinder, unterirdisches Tropenparadies. Ganz zu schweigen von dicht an dicht sitzenden Familien in überfüllten Kinosälen, denn dass derartige Besucherzahlen nicht gerade viel Raum zur freien Entfaltung lassen, dürfte klar sein. Den gibt es jetzt zur Genüge in heimischen Wohnzimmern, wo ein Haufen lieb gewonnener Charaktere für knapp anderthalb Stunden fröhliche Urständ feiern darf.

Ich glaub, mich knutscht ein Dino Denn nach beginnender Eiszeit im Jahr 2002 und dem darauf folgenden Tauwetter vier Jahre später ist die anfänglich beschworene Nestwärme von "Die Dinosaurier sind los" nur von kurzer Dauer. Zwar gibt sich Mammut Manni redlich Mühe, seine hochschwangere Freundin Ellie auf die Geburt vorzubereiten und dem Nachwuchs ein Spielparadies im Schnee zu bereiten, für seine Freunde Sid und Diego bedeutet derlei Zukunftsplanung aber den Abschied von alten Strukturen. Während der zunehmend altersschwache Diego damit liebäugelt, die Herde zu verlassen, kompensiert Sid die verlorene Aufmerksamkeit mit der Aufzucht dreier Eier, auf die das Faultier eher zufällig stößt. Ein wenig körperliche Wärme später,                                         

und den prähistorischen Kalkovalen entschlüpfen drei quicklebendige Minisaurier, die in der Eiszeit eigentlich nichts mehr verloren haben. Was außer Sid bald die ganze Herde zu spüren bekommt, die dem spielerischen Übermut des Dinonachwuchses nicht gewachsen ist. Als schließlich auch die Dinomama auftaucht, ist das Chaos perfekt. Die nämlich packt sich neben dem Nachwuchs auch gleich noch den armen Sid und verkrümelt sich tief unter die Erde. Klar, dass die zurückgebliebenen Freunde inklusive hochschwangerem Mammutfräulein keine Sekunde lang zögern und dem Urviech in die Tiefe folgen. Was sie hier erwartet, sprengt alles bislang in "Ice Age" Dagewesene und gibt den Machern die Möglichkeit, den bislang vielleicht liebenswertesten und spaßigsten Charakter ins eiskalte Trickfilmuniversum einzuführen. Vorhang auf für das einäugige Wiesel Buck (im Original von einem bestens aufgelegten Simon Pegg gesprochen), dessen Abenteuer sicher bald in einem Spinoff ausreichend Würdigung erfahren. Er führt das eiszeitliche Rettungsteam ein in die                                         

Gefahren und Wunder der unterirdischen Subtropen, in denen Flora und Fauna der Dinozeit quasi konserviert wurden. Was für unsere Helden bedeutet, dass fleischfressende Pflanzen das kleinste Problem sind. Denn die T-Rex-Mama, die Sid in ihre Höhle verschleppt hat, ist in Sachen Größe und Gefährlichkeit nichts gegenüber Bucks ganz persönlichem "Moby Dick", der hier in Gestalt eines gefährlichen Baryonyx auftritt. Und weil auch der unverzichtbare Scrat mit ganz eigener Lovestory am Start ist -und zwar nicht ausschließlich in Sachen Nussobsession -wird allzu spannenden Momenten immer wieder befreiendes Gelächter gegenübergestellt. Bis hin zur unvermeidlichen Familienzusammenführung. Und der Hoffnung, von Buck noch mehr sehen zu bekommen, als das im Dunkeln der Höhle verschwindende Hinterteil.

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