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bioshock 2 »Underwater Love« |
Zwei Jahre, nachdem Take 2 mit "Bioshock" das Ego-Shooter-Genre revolutionierte und das Spiel des Jahres, wenn nicht des Jahrzehnts vorlegte, geht es endlich wieder zurück nach Rapture, wo wir es diesmal als Big Daddy mit Splicern und großen Schwestern aufnehmen dürfen.
Als wir im Sommer 2007 erstmals Fuß auf die fantastisch anmutende Welt "20.000 Meilen unter dem Meer" setzen durften, waren sich Spieler und Kritiker weitestgehend einig: So etwas wie die von Jules Verne inspirierte retrofuturistische Welt von Rapture war bis dato noch nicht dagewesen, eine visuell einmalige und atmosphärisch dichte Spielwelt, in der sich zu verlieren eigentlich zur Pflicht für jeden halbwegs ambitionierten Zocker gehörte. Als Jack fanden wir uns nach einem Flugzeugabsturz in den 1960ern nur mühsam zurecht in der Unterwasserstadt, die der Industrielle Andrew Ryan 15 Jahre zuvor bauen ließ, um einen Freiraum für visionäre Freigeister zu schaffen. Überall stießen wir auf die Spuren einer Katastrophe, die mit dem übermäßigen Einsatz sogenannter Plasmide zusammenzuhängen schien. Diese körperlichen Upgrades waren dank der in Little Sisters gezüchteten Substanz Adam zum höchsten Gut in Rapture geworden, was zu einem regelrechten Klassenkampf geführt hat, dessen Ergebnisse wir nun durchschreiten durften. Selbst durch Plasmide hochgerüstet, nahmen wir es mit zombieähnlichen Splicern und mächtigen Big Daddys auf, bevor wir am Ende von "Bioshock" einer schrecklichen Wahrheit auf die Spur kamen. The Cult of Rapture"Bioshock 2" setzt zehn Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils an. Und auch wenn wir Look und Feel des abermals atemberaubenden Unterwassersettings schon kennen, ist vieles anders. Irgendwie schwerfälliger sind unsere ersten Schritte durch die verfallenen Hallen und Gänge von Rapture, was daran liegt, dass wir diesmal in der Hülle eines Big Daddy stecken. Genauer gesagt: in jener eines noch nicht ganz so extrem gepanzerten
rototypen, was uns volle Bewegungsfreiheit garantiert, außerdem ein Waffen-arsenal, das noch reichhaltiger ist als jenes im Vorgänger. Aber nicht nur unsere Hauptfigur hat sich gewandelt, auch "Rapture" ist nicht mehr die gleiche Stadt. Über große Abschnitte hinweg hat sich das Meer seinen natürlichen Platz zurückerobert, sodass wir auch geflutete Passagen zu durchqueren haben. Den Grund für unsere Unterwasser-Odyssee erfahren wir dabei "Bioshock"-typisch erst im Verlauf des Spiels und durch zahllose verstreute Tonbänder, Funkdurchsagen und
Charaktere. Nach dem Ende von Ryan und Fontaine führt scheinbar Sofia Lamb, Psychotherapeutin und einst Ryans Rivalin, das Kommando in Rapture. Ihr ist es gelungen, die Splicer in einem merkwürdigen Kult zu sammeln und die Stadt mit mehreren Big Sisters zu kontrollieren. Ihr Ziel ist die Wiedererweckung von Eleanor Lamb, bei der es sich genau um jene Little Sister handelt, die wir als Spieler vor zehn Jahren verloren haben und die auch das Ziel unserer Suche ist. Ein Aufeinanderprall mit den mächtigen Schergen von Sofia Lamb ist also unvermeidlich, zumal auch wir – wie die Gegenpartei – auf die Ernte von Adam weiter angewiesen sind. Wieder können wir hierzu Little Sisters ausbeuten, lohnender aber kann die zeitweilige "Adoption" sein: Wir setzen eine der Sisters auf unsere Schultern und bahnen uns – von ihr angeleitet und kommentiert – den Weg zu ADAM-haltigen Leichen. Anschließend obliegt es sogar unserer Verantwortung, die kleinen Mädchen von ihrem Leid zu erlösen und ihnen die Freiheit zu schenken. Und in diesem Zusammenhang greift bereits eines der
neuen Spielelemente. Denn wenn wir unsere "kleine Schwester" zur Extraktion von ADAM absetzen, bricht unweigerlich eine Horde Splicer, darunter auch die neuen und sehr viel robusteren "Brute Splicer", über uns und das Mädel herein. Weshalb wir im Vorfeld den "Erntebereich" mit Fallen und Ähnlichem präparieren dürfen. Erst dann stellen wir uns der heranrollenden Übermacht. Auch neu: die Möglichkeit, das klassische Waffenarsenal zusammen mit unseren Plasmidkräften einsetzen zu können, die wir zudem untereinander koppeln können. Eine Vielzahl neuer Angriffskombinationen ist so möglich, was zusammen mit neuen und upgradebaren Waffen wie dem berüchtigten Drillbohrer einen der großen Reize des zweiten "Bioshock" ausmacht. Neben den nervenzerreißenden Auseinandersetzungen, v. a. auch mit den Big Sisters, wird außerdem Atmosphäre wieder ganz groß geschrieben. Wenn beispielsweise die Vorgeschichte Raptures in einem Vergnügungspark über diverse mechanische Installationen nacherzählt wird, lässt sich so nicht nur das eigene Gedächtnis auffrischen (bzw. Neulingen der Einstieg leichter werden), der Rückblick ist so perfekt ins Spielgeschehen integriert, dass man vor der Genialität der Spieldesigner nur den Hut ziehen kann.
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